Kategorie: Inspiration

Was ich mit einem Haus-Elf gemein habe

Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich den letzten Beitrag geschrieben habe, oder? Und doch, es ist Äonen her, gefühlt. So viel hat sich in mir wieder getan. Komm, ich nehme dich ein paar Schritte mit auf die Reise.

Ich habe ja lange mit einem Job gelebt, der mir nicht gut tat, jahrelang nicht gut tat. Er hat meine Depressionen erhalten und verstärkt, meine Liebesbeziehung in eine fast platonische und distanzierte Wohngemeinschaft gewandelt und meine komplette Kreativität erstickt. Vielleicht erzähle ich irgendwann, was ich gemacht habe, aber jetzt ist noch nicht der richtige Zeitpunkt.

Es ist auch gar nicht wichtig, was genau ich gemacht habe, wichtig ist nur ein Punkt: ich war so weit von meiner Freude entfernt, wie ich nur konnte, bis ich nicht mehr konnte. Einen kurzen Zeitraum konnte ich mich noch damit trösten, meine Gedanken einfach möglichst positiv zu besetzen, schließlich macht man ja einen Job fürs Geld (hab ich mir eingeredet) aber irgendwann kam der Punkt, wo ich wusste: Geld ist eben nicht alles. Bis mich das total erstickt hat, meinen inneren Keim abgeschaltet hat, bis ich am Ende war. Wenn du nur noch unter Tränen an deine Arbeit denken kannst, läuft was falsch, lass dir das gesagt sein, ich habs durch.

Dann eine Entscheidung zu treffen, die zum einen bedeutet, dass mein Lebenspartner, den ich liebe, die ganze Last allein tragen soll und zum anderen, dass es bedeutet, dass wir beide deutlich weniger finanzielle Mittel zur Verfügung habe, ist wahrlich nicht einfach. Hey, gerade zu Weihnachten… Aber wenn du nicht mehr kannst, wenn du wirklich Gedanken hast wie: Kann ich bitte so krank werden, dass ich das nicht mehr tun muss? Dann MUSST du handeln und ich habe es getan.

„Ich stehe für dieses Gespräch nicht mehr zur Verfügung“ – das kann manchmal alles sein, was du noch sagen kannst und es lässt dich erstmal in einem Schwebezustand zurück. Ich fühle mich wie Dobby, der Hauself von Harry Potter und die Kammer des Schreckens, du erinnerst dich? Der Kleine, der eine Socke geschenkt bekam und dadurch seine Freiheit erlangte.

Nicole ist frei, wow!

Wozu führt das nun? Leicht ist das nicht, ich wäre nicht ich, wenn ich es mir mal leicht machen würde und ich bin nicht der Typ Mensch, der gut darin ist, Verantwortung abzugeben. Aber so ist es jetzt im Moment. Ich nehme das hin und nein, von Genuss bin ich nun doch noch weit entfernt.

Ich war auch so schlau und hab immer mal wieder reingeschaut, in den alten Job. Immerhin hätte es ja sein können, dass eine Pause auch den nötigen Abstand bringt. Ich habe versucht was zu machen und in kürzester Zeit gemerkt: NEIN, das ist keine Freude. Es macht mich aggressiv, traurig und hilflos, wenn ich es mache. Es erstickt mich förmlich. Nein, ich mache es nicht mehr, aus und vorbei.

Für euch hat das den Vorteil, dass ich mehr zum Schreiben komme. Das zarte Pflänzchen „Lust auf Schreiben“ entwickelt sich gerade wieder und ich kann stolz verkünden, dass die ersten 32.000 Wörter von meinem Buch im Kasten sind. Natürlich noch roh und längst nicht fertig, aber es ist ein guter Beginn. Es geht übrigens darum, in deiner Freude zu leben 🙂 und ich bin sehr gespannt, wann es sich so rund anfühlt, dass es bereit ist geboren zu werden, dieses Baby.

Es ist gerade so ein bisschen wie erneut laufen lernen, das entdecken der „alten Fähigkeiten“ und immer dabei im Blick den Navigator, meine Freude zu behalten. Ja, es macht mir Freude zu schreiben und ich bin froh, dass ich die ersten Schritte wieder mache.

Ja! Es macht mir Freude, dieses ganze verschüttete und begrabene Ich wieder auszugraben und zu fühlen, was da nun ist. Zu merken, wie ich mich verändere, teilweise rasant, teilweise hinke ich noch ein bisschen, aber who cares? Ich darf mir Zeit nehmen, ich darf forschen und lauschen wo denn die Freude gerade ist und wenn sie nicht da ist, darf ich NEIN sagen. Was für ein erhebendes Gefühl. Ich bin frei!

Wandel vom Verstand zum Gefühl

Erblühen

Ich bin im Moment ein einziger Wandel, entdecke Altes neu und merke wie vieles für mich einfach nicht mehr wahr ist. Ich war sehr verstandesbezogen, habe meinen Gedanken geglaubt, diesem ewigen Geplapper geboren aus vergangenen Erfahrungen und dem was ich aus meinem Umfeld entnommen habe. Wie verrückt das doch ist. Wie unglücklich mich das gemacht hat.

Es geht auch ganz anders

Mein Verstand ist wie ein Kind, dass Aufmerksamkeit und Anerkennung möchte. Für all die Ängste, Warnungen, Wahrheiten die er mir ständig ins Ohr flüstert, soll ich also auch noch ein „Ja super“ übrig haben? Aber was ist denn, wenn das alles gar nicht stimmt? Da kommen wir wieder zu meinem Lieblingssatz aus meinem letzten Beitrag: „Wer sagt das?“ Mein Verstand beurteilt alles und Jeden im Abgleich mit Erlebnissen aus meiner Vergangenheit oder mit dem scheinbaren Wissen was andere Menschen haben (angelesenes, anerzogenes und so weiter). Aber bei dieser Herangehensweise fehlt ein großer Teil. Wenn ich nur auf meinen Verstand höre, dann bleibe ich stehen. Hier ist es sicher, alles super. Nur… was ist mit meinen Gefühlen? Was ist, wenn ich mich eben nicht wohl damit fühle, was gerade ist? Wenn mein Verstand mich in Angst und Schrecken, in Sorgen und Enge versetzt? Wie soll ich das aushalten?

Du bist nicht deine Gedanken

Wach auf Mensch, du bist gar nicht deine Gedanken. Genau genommen – und ich weiß wie verrückt das klingt – bist du nicht mal dein Körper. Aber dazu ein anderes mal mehr. Ich bin nicht meine Gedanken, ich bin Energie und Gefühl. Was macht das mit mir, wenn ich meinem Verstand folge und mein Gefühl zurücklasse? Es macht mich unglücklich, ängstlich und das äußert sich bei mir durch depressive Phasen. Das will ich nicht mehr. Ich habe mich verabschiedet aus diesem Kreis der illustren Verstandesmenschen. Es tut mir schlicht nicht gut, zu tun „was man eben so macht“.

Wie komme ich zur Freude?

Diese Seite heißt ja nicht umsonst <<Lebe deine Freude>>! Ich habe mich immer wieder gefragt: wie geht das denn? Das mit dem Glücklichsein? Wie machen die Menschen das? Ich hätte auch gern jemanden gehabt, der mir sagt: Das ist richtig und das ist falsch. So ein Navigator. Das war das Highlight für meinen Verstand: „Hey, hier bin ich, ich zeig dir was gut ist und dich glücklich macht und noch viel mehr was nicht!“ Aber er hat gelogen, er konnte es nicht wissen, er wird es auch nie wissen. Denn mein Verstand schaut nur nach hinten. Nicht mal ins Jetzt, nein, nach hinten in die Vergangenheit.

Was bleibt denn dann? Wer kann denn Navigator sein? Das war die Frage in den letzten Jahren und ich habe die Antwort gefunden. Mein Gefühl. Dieses kleine Ding irgendwo im Bauch oder Herz, ganz egal wo, es ist da. Es ist klitzeklein in mir gewesen und hat sich kaum durchkämpfen können, durch all diese Verstandesstrukturen. Bis ich es gesucht habe.

Folge deiner Freude

Und nun? Was fange ich an mit diesem Gefühl? Ich kann doch nicht einfach nur tun, was mir gut tut oder kann ich doch? Wie unmöglich, nur zu tun, an was man Freude hat. Erzähl das mal jemanden da draußen. Du wirst nicht nur Unglauben sondern auch noch richtig böse Worte ernten. Warum denn nur? Nur weil du tust, an was du Freude hast und andere das sich nicht zugestehen? Es ist kein „ich kann das nicht, weil… [Verstandgeplapper]“ sondern ein ehrlich gesagtes „ich gestehe mir das nicht zu, weil das wäre ja egoistisch, wenn ich nur an mich denke“. Ich sage dazu: Wenn jeder mal an sich denken würde, wäre an jeden gedacht.

Ist das die Frage? Für mich ist die Frage, bei mittlerweile nahezu allem (am Rest arbeite auch ich noch!): folge ich meiner Freude oder tu ich es nicht. Das kann Arbeit sein, weil ich meinen Verstand ja auch irgendwie zur Ruhe bringen möchte, daher höre ich ihm zu, aber ich folge ihm nicht mehr. Das ist auch kein Prozess von heute auf morgen – für mich jedenfalls nicht. Aber glaube nicht meiner Wahrheit, finde deine Eigene –> vielleicht ist es für dich eine Entscheidung und BÄMM, so läufts ab jetzt – Gratuliere. Ansonsten hilft das weiter:

Das Rezept:

Jeden Tag ein bisschen mehr von dem was Dir gut tut.
Jeden Tag ein bisschen weniger von dem was Dir nicht gut tut.

Mehr braucht es nicht. Wie schön sich das anfühlt, wenn ich mir die Ruhe nehme und lausche. So einfach ist es am Anfang nicht, diese kleine Stimme überhaupt zu hören, diesen Gefühlen zu vertrauen die da kommen, sie überhaupt erstmal richtig zu fühlen. Aber ich lerne es mit jedem Tag ein Stückchen mehr und werde wacher dabei. Mir die Zeit zu nehmen und wach zu lauschen, was denn wirklich die Antwort ist, ist ein echtes Geschenk. Ich freu mich drauf, es fühlt sich an wie Aufblühen!

 

Einen Scheiss muss ich!

Ich bin gar nicht so kaputt wie ich denke, ich bin heil im Jetzt.

Was für eine Erkenntnis in den letzten Tagen, wo ich über Jahre dachte, dass ich in gewissen Belangen einfach nicht richtig „funktioniere“, wird mir nun langsam klar, es ist alles gut. Wie ich drauf komme? Gute Frage – ich habe gelauscht, in mich hinein. Ich habe mal alles beiseite geschafft, was ich mit Erziehung, Gesellschaft und Umfeld so „aufgesaugt und gelernt“ habe und merke, hey, einen Scheiß muss ich!

Ich hab nun einen neuen Lieblingssatz: Wer sagt das?

Du musst auch mal mehr vor die Tür gehen! Wer sagt das?

Du musst jeden Tag Deine Wohnung aufräumen! Wer sagt das?

Du musst doch regelmäßig essen! Wer sagt das?

Ein Mensch braucht doch Freunde! Wer sagt das?

Ja, ich hab keine Freunde im Moment, hier in meiner Umgebung, live und in Farbe. Das ist für viele Menschen undenkbar und ich dachte selbst auch: hey, du musst doch eine beste Freundin haben, oder Menschen mit denen du mal redest, dich austauscht? Nein, muss ich nicht. Ich habe Menschen mit denen ich mich austausche, sehr gut ausgewählte, seltene Diamanten in meinem Leben, wenn ich möchte, sind sie da (und ich für sie, selbstverständlich). Aber ich brauche niemanden alltäglich auf meinem Sofa sitzend, der mir meine Hand hält und mit mir über das Leben jammert. Ehrlich nicht.

Ja, meine Wohnung ist manchmal mehr, manchmal weniger ein Schlachtfeld und? Ich lebe hier, mein Mann lebt hier, meinem Hund ist’s eh egal – uns geht es gut. Ich brauch keine Vorzeigewohnung, die ausschaut, wie in einem Möbelkatalog. Hier wird gelebt, geliebt, gekuschelt, gehaart (Danke Finley…) und beschmutzt. Ich mag überhaupt keine Unordnung, aber im Moment ist es wie es ist, wird auch wieder anders.

Ja, ich hab Übergewicht und ja man, ich weiß, dass das nicht gesund ist. Aber es ist eine tägliche Entscheidung von mir allein, wie ich damit umgehe und wie ich damit lebe. Ich jammer doch niemandem die Ohren voll, weil was mit meinem Gewicht nicht stimmt? Nicht mal mehr mir selbst, das wäre ja verrückt, zu jammern und nichts zu tun! Ich verliere Gewicht, wenn es Zeit dafür ist. Keine Ausrede, kein Verschieben, sondern einfach ein Anerkennen des Jetzt. Offensichtlich ist JETZT noch nicht die Zeit, sonst wäre es ja anders!

Jetzt – was für ein kleines Wörtchen mit so großer Bedeutung. Wenn ich mal wieder in Schockstarre und Existenzangst stecke, möchte ich mich fragen: geht’s dir JETZT schlecht? Und ich werde „Nein“ antworten müssen, denn so schlecht wie ich mir alles denken kann, kann das Leben gar nicht werden. Was für eine Erleichterung.

Ich wünsche dir JETZT einen schönen Herbsttag, lausch mal deinen Gefühlen, Herbst ist die Zeit der Veränderung, stell mal alles in Frage, trau dich und finde mal deine eigenen Antworten!